Von der lackierten Karosse zum kompletten Fahrzeug

Im Rahmen des Studium generale besichtigte eine Gruppe CBS-Studierender unter der Leitung von Deniz Wilkens Anfang März die Ford Werke in Köln Niehl. Die Ford Mitarbeiterin Maria Mazur führte die Studierenden durch die Y-Halle underklärte die vielen verschiedenen Arbeitsschritte auf dem Weg zum fertigen Fiesta, wie zum Beispiel die „Hochzeit“, dem Moment, in dem der Motor unter die Haube kommt.


Am Standort Köln wurden seit 1979 rund 5,3 Millionen Ford Fiestas produziert. Entwickelt wird der Fiesta, derzeit in der 7. Generation, im Ford Werk Merkenich und wird, neben dem Werk in Köln Niehl, in sieben weiteren Ländern hergestellt. Allein in Köln beschäftigt Ford zurzeit circa 17.300 Mitarbeiter.

In der riesigen Halle muss man aufpassen wie im Straßenverkehr. Ständig rollen kleine Gabelstapler, Transportwagen und sogar Fahrräder durch die unzähligen Gänge und Kreuzungen. Über den Köpfen schweben Motoren, Türen und halbfertige Karossen. An jeder Ecke hängen digitale Zähler,auf denen angezeigt wird, wie viele Fahrzeuge in der Schicht produziert werden müssen, welches Team bereits über der geplanten Stückzahl liegt, wo gerade Not am Mann ist usw.Immer wieder ertönen verschiedene Melodien. Denn jedes etwa sechsköpfigeTeamhat eine eigene Erkennungsmelodie. Gibt es an einer Stelle Probleme, ist zum Beispiel ein Teil defekt oder muss ein Mitarbeiterauf die Toilette, kann er diese Melodie betätigen, um seinen Teamcoach zu rufen. In der Fertigung muss jeder Mitarbeiter täglich acht Stunden Höchstleistung erbringen. Wer zu langsam ist oder Fehler macht, läuft Gefahr, das Band zum Stillstand zu bringen.

In den Teams arbeiten auffällig viele junge Leute. „Fast jeder, der hier arbeitet, hat bei uns auch eine Ausbildung abgeschlossen oder befindet sich gerade in der Ausbildung“, erklärt Maria Mazur. „Früher war das nicht so, aber inzwischen wird sehr darauf geachtet, dassjeder Mitarbeiter auch eine Ausbildung erhält.“ Gearbeitet wird im Dreischichtsystem. Die Nachtschicht ist dabei allerdings eine Dauernachtschicht ohne Rotation. Wer gern nachts arbeitet, kann dies tun, solange ermöchte.
Besonders faszinierendam Fertigungsprozess ist die logistische Präzisionsarbeit. Zu  jeder Karosse müssen die richtigen Sitze, die passenden Türen in der korrekten Farbe und im gewünschten Komfort an die richtige Stelle am Band geliefert werden.Auch der allererste Start der Fahrzeuge und die Qualitätssicherung, die fast ein bisschen „martialisch“ wirkt, sind interessant anzusehen.Denn Türen, Kofferraumklappen und Fenster, die noch nicht richtig sitzen, werden hier mit Gummihammern in Form geklopft.

Die Studierenden zeigten sich sichtlich beeindruckt und vielleicht wird Maria Mazur, die die vielen Fragen der Studierenden geduldig und ausführlich beantwortete, den einen oder anderen CBSler bald im Praxis-Einsatz im Ford Werk wiedersehen.

 

Autorin: Christin Ernst